Ich bin Patient/in
Ich bin pflegende/r Angehörige/r

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Gedächtnissprechstunde – für wen?

Die Gedächtnissprechstunde richtet sich an Menschen mit Gedächtnisproblemen sowie anderen Beeinträchtigungen der geistigen (kognitiven) Fähigkeiten oder Verhaltensauffälligkeiten. In der Regel werden Sie von Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt an diese Sprechstunde überwiesen; eine Zuweisung kann aber auch durch eine Fachärztin oder einen Facharzt erfolgen (z. B. Psychiatrie oder Kardiologie).

Worin besteht eine Gedächtnissprechstunde?

Es handelt sich um eine interdisziplinäre Sprechstunde, an der Fachpersonen aus verschiedenen Disziplinen beteiligt sind (Neurologie, Neuropsychologie, Logopädie, Altersmedizin/Geriatrie, Radiologie und Psychiatrie). Eine Abklärung in der Gedächtnissprechstunde umfasst verschiedene Schritte und mehrere Konsultationen. Das Angebot umfasst auch Unterstützung für pflegende Angehörige. Die Gedächtnissprechstunde ist mit den Spitälern der Westschweiz sowie mit Patientenorganisationen gut vernetzt.

Wie bereite ich mich darauf vor?

Es sind keine besonderen Vorbereitungen nötig. Denken Sie daran, Ihre Brille und Ihr Hörgerät (falls vorhanden) sowie eine Liste Ihrer Medikamente mitzunehmen. Wenn möglich, kommen Sie in Begleitung einer nahestehenden Person zur ersten Konsultation.

Wo?

  • Die Konsultationen finden hauptsächlich im HFR Freiburg – Kantonsspital statt. Ein Teil der neuropsychologischen Untersuchungen wird im HFR Riaz durchgeführt.
  • Bei Personen über 65 Jahren mit kognitiven Schwierigkeiten in Verbindung mit geriatrischen Problemen (Gehstörungen, Stürze, Mangelernährung, Inkontinenz usw.) kann bereits bei der Prüfung der Zuweisungsunterlagen oder auch im Verlauf eine Zuweisung an das HFR Tafers (Maggenberg 1, 1712 Tafers) vorgeschlagen werden. Die Konsultationen dort finden auf Französisch oder Deutsch statt.
  • Für deutschsprachige Patientinnen und Patienten kann die Konsultation in der Ärztepraxis Vis-à-Vis in Düdingen durchgeführt werden.
  • Bei Patientinnen und Patienten mit psychischen Symptomen oder Verhaltensauffälligkeiten kann die Konsultation je nach Wohnort beim FNPG Marsens oder Villars-sur-Glâne angeboten werden. Neuropsychologische Abklärungen können auch am Standort Givisiez stattfinden.

Die verschiedenen Schritte der Gedächtnissprechstunde

Nach der Zuweisung durch Ihre Ärztin oder Ihren Arzt können Ihnen nach Massagabe der Untersuchungsergebnisse verschiedene Termine angeboten werden. Die vollständige Abklärung kann mitunter mehrere Monate dauern. Nach jeder Konsultation erhält Ihre Ärztin oder Ihr Arzt einen Bericht.

Diagnostischer Ablauf

1. Erstanmeldung

Anmeldung durch die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt oder durch eine Fachärztin oder einen Facharzt

2. Erstuntersuchungen

  • Neurologische Untersuchung
  • Neuropsychologische und/oder logopädische Untersuchung 

 

3. Ergänzende Untersuchungen

  • Bildgebung des Gehirns
  • Lumbalpunktion
  • Blutentnahme
  • Weitere spezifische Untersuchungen

    Interdisziplinäre Fallbesprechung
    Gemeinsame Auswertung sämtlicher Untersuchungsergebnisse durch das spezialisierte Team.
    (Dieser Schritt findet ohne Ihre Anwesenheit statt.)

 

4. Psychiatrische Konsultation (falls erforderlich)

 

5. Neurologische Konsultation

Mitteilung der Diagnose

6. Neuropsychologische / logopädische Konsultation

Vorstellung der verfügbaren Hilfen und Unterstützungsangebote

7. Spezialisierte Weiterbetreuung (falls erforderlich)

Weiterbetreuung in der Geriatrie und/oder Psychiatrie

8. Koordinierte Weiterbetreuung

In Zusammenarbeit mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt

Wie entwickeln sich Demenzerkrankungen?

In der grossen Mehrheit der Fälle verläuft die Erkrankung langsam über mehrere Jahre. Es gibt unterschiedliche Schweregrade, die ein mehr oder weniger selbstständiges Leben ermöglichen. Auch wenn es derzeit keine Behandlung gibt, die die Krankheit heilen kann, können bestimmte Medikamente das Fortschreiten der Symptome zumindest vorübergehend verlangsamen. Dadurch können Betroffene oft länger zu Hause leben.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Gemäss den Empfehlungen der Expertengruppe in der Schweiz: Monsch et al., consensus 2012 sur le diagnostic et le traitement des patients atteints de démence en Suisse).

  • Medikamentöse Behandlung
  • Nichtmedikamentöse Massnahmen:
    • punktuelle kognitive Unterstützung und Beratung;
    • Alzheimer Schweiz (www.alz.ch) – Selbsthilfegruppen für Patientinnen und Patienten sowie für Angehörige;
    • Tagesstätten.
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